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Hilfsprojekt – Krankenschwester packt in Afrika an

Zwischen Deutschland und Togo liegen Luftlinie 4.500 Kilometer. So groß die Entfernung zwischen den beiden Ländern, so groß ist auch der Unterschied in der Versorgung in den Krankenhäusern.

„Ich war geschockt, als ich gesehen habe, wie schlecht die Bedingungen in den Krankenhäusern in Togo sind. Ich konnte einfach kein Auge mehr zumachen“, sagt Rali Guemedji und initiierte ein Hilfsprojekt.

Guemedji stammt aus der 25.000-Einwohner-Stadt Bassar im Norden Togos in Westafrika und arbeitet seit fünf Jahren im Klinikum Nürnberg als Krankenschwester. 70 Prozent der Bevölkerung in Bassar müssen mit weniger als 1,50 Euro am Tag auskommen. Die 35-Jährige möchte ihrer Heimatstadt helfen und fand schnell Unterstützung. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Gabi Krämer-Hornung und der Frauenbeauftragten des Klinikums Nürnberg, Hildegard Koppen, gründete sie den Verein „Fi Bassar“ („Rettet Bassar“).

Engagement: Rali Guemedji setzt sich für das Krankenhaus in ihrem Heimatort Bassar in Togo ein.

Mit 17 Jahren hatte Guemedji ihre Heimat verlassen, um in Deutschland Fuß zu fassen und sich eine Zukunft aufzubauen. Nach einem erfolgreichen Realschulabschluss rieten ihr die Lehrer zu einer Ausbildung in einer Bank, da sie sehr begabt in Mathematik sei. Für die junge Frau kam das aber nie in Frage. „Ich wollte schon immer für Menschen da sein und ihnen helfen“, sagt sie.

Darum ist ihr der Verein „Fi Bassar“ auch eine Herzensangelegenheit, der mittlerweile knapp 50 Mitglieder zählt. Vor acht Jahren arbeitete Guemedji ehrenamtlich schon einmal für zwei Wochen im Hauptkrankenhaus in Bassar, das rund 100.000 Menschen aus der Region mitversorgt: „Keine Betten, kaum Handschuhe und zu wenige Medikamente. Die Hygiene dort ist eine echte Katastrophe.“

Vor allem für Schwangere ist die Situation vor Ort gefährlich. Unnötig viele Kaiserschnitte werden aus Mangel an Wehenschreibern durchgeführt, da die werdenden Mütter verunsichert sind, ob ihr Ungeborenes noch lebt. „Auf Grund der schlechten Hygiene sterben die Mütter nach der Operation dann häufig an Infektionen“, sagt Guemedji.

Ihr Ziel ist es nun, dem Krankenhaus von Bassar einen Wehenschreiber zu spenden. Aber nicht nur für die Gesundheit setzt sich die Krankenschwester ein. Auch Bildung und Ernährung möchte sie vor Ort verbessern. „Viele Kinder müssen barfuß drei Kilometer zur Schule laufen und haben dann weder Trinkwasser noch Hefte oder Stifte. Das wollen wir ändern.“

Mit einer Patenschaft und einem Beitrag von 50 Euro jährlich kann einem Kind bereits ein Jahr lang Schulgeld, die nötigen Materialien und die Schuluniform finanziert werden. Gemeinsam mit vier Gründungsmitgliedern fliegt Guemedji im April dieses Jahres für eine Woche in ihre frühere Heimat. Erste Spenden werden übergeben. „Wir werden auch zwei Tage aktiv im Krankenhaus mitarbeiten und das Personal in Sachen Hygiene schulen“, freut sich die 35-Jährige.

 

Wer den Verein unterstützen möchte, kann eine E-Mail an fibassar@web.de schicken. Der Verein „Fi Bassar“ freut sich über Sach- und Geldspenden (Kontonummer: 9 816 500, BLZ: 70 020 500, Bank für Sozialwirtschaft).

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